„IT-Basics – Software“

Software kann man nach unterschiedlichen Merkmalen klassifizieren. Nach dem Verwendungszweck eingeteilt gibt es vor allem Systemsoftware und Anwendungssoftware.

Betriebssysteme

Wenn man von Systemsoftware spricht, mein man meist das Betriebssystem eines Rechners. Heute gibt es für PC und Server folgende Systeme:

Microsoft Windows

Das bei Desktop-PCs am weitesten verbreitete Betriebssystem mit einem Marktanteil von rund 90 Prozent ist Microsoft Windows. Windows ist so gut wie jedem PC-Nutzer wohlbekannt und die meisten Softwarehersteller produzieren vorrangig für Windows. Seine hohe Verbreitung erklärt sich vor allem dadurch, dass Windows auf den meisten PCs der unterschiedlichsten Hersteller vorinstalliert ist und dadurch sehr kostengünstig mit der Hardware erworben wird. Windows kann aber auch separat erworben werden und ist auf jedem Rechner mit entsprechenden Mindestvoraussetzungen lauffähig.

Microsoft hatte im ausgehenden 20. Jahrhundert eine Art Monopolstellung auf dem Markt für Betriebssysteme und hat auch heute noch eine dominante Position. Dies lässt sich nicht unbedingt durch die überlegene Qualität der Softwareprodukte, sondern vielmehr durch geschickte Geschäftsstrategien erklären. Microsoft war Ende der 1970er eine Kooperation mit dem Hardwareriesen IBM eingegangen. IBM begann zu dieser Zeit, den PC-Markt mit Produkten zu beherrschen, die aus zugelieferten Bauteilen, an denen IBM keine Patente hatte, bestanden. Jeder konkurrierende Hersteller von PCs durfte diese Bauform nachahmen und eine Reihe von Unternehmen (angefangen mit Compaq) taten dies auch. Wie auf den Computern, die IBM herstellte, war auch auf diesen Nachbauprodukten Microsoft Windows bzw. damals Microsoft DOS lauffähig und vielfach auch vorinstalliert, sodass bald so gut wie jeder PC auf der Welt mit einem Betriebssystem vom Microsoft betrieben wurde.

Auch im Bereich der Server ist Windows mit rund 40 Prozent Marktanteil vor Unix, Linux und IBM z/OS das gebräuchlichste Betriebssystem.

Mac OS X

Ganz anders ist die Situation bei Apples Mac OS X (ausgesprochen „Mac OS ten“ oder „Mac OS zehn“). Dieses Betriebssystem ist grundsätzlich nur kompatibel mit der vergleichsweise teuren Hardware von Apple und ist auch auf jedem Computer dieses Herstellers vorinstalliert. Eine Verwendung auf dem Rechner eines anderen Anbieters ist technisch zwar nicht unmöglich, rechtlich jedoch ein Verstoß gegen die Softwarelizenz. Dies erklärt auch den im Vergleich zu Windows geringen Marktanteil von rund 10 Prozent im deutschen Sprachraum. Für Mac OS X gibt es weniger Software, vor allem im Bereich der Computerspiele und der industriellen Software, im Gegensatz zu Windows ist dem System jedoch ein großes Paket hochwertiger Anwendungssoftware, zum Beispiel für Videoschnitt, beigegeben. Das Betriebssystem zeichnet sich durch eine besonders hohe Benutzerfreundlichkeit und ein ansprechendes Design der grafischen Benutzeroberfläche aus. Die für Apple typischen hohen Qualitätsmerkmale machen Mac OS X auch zu einem besonders stabilen Betriebssystem.

Im Allgemeinen ist es allerdings nicht leicht, Mac OS X mit Microsoft Windows oder gar Linux zu vergleichen, da Apple sein Betriebssystem nur in Verbindung mit seinen Hardwareprodukten verkauft. Apple ist nämlich, im Gegensatz zu beispielsweise Microsoft, kein reiner Software- sondern vor allem auch ein Hardwarehersteller, der seine Hardware- und Softwareprodukte nicht getrennt verkauft. Dies entspricht einer Firmenphilosophie, die benutzerfreundliche und optimal konfigurierte Systeme anbieten möchte und dabei keine Kompromisse durch Hardware von Drittfirmen duldet.

Obwohl Apple heute hauptsächlich Produkte für Konsumenten anbietet, wird auch eine Version von OS X für Server angeboten. Der Marktanteil liegt dafür aber bei unter 10 Prozent.

Linux

Ein Betriebssystem ganz anderer Art ist Linux. Linux wurde, im Gegensatz zu Microsoft Windows und Mac OS X nicht von der Computerindustrie produziert, sondern entstand durch die Zusammenarbeit freiwilliger Softwareentwickler in der Open-Source-Community. Charakterisierend für Linux sind insbesondere zwei Aspekte:

Zum einen ist Linux sogenannte Freie Software. Hierbei handelt es sich um Software, deren Lizenz es verhindert, dass ein einzelnes Unternehmen oder eine einzelne Person ein ausschließliches Urheberrecht am System erlangen kann. Dies ermöglicht die gemeinschaftliche Zusammenarbeit einer großen Anzahl lose organisierter Mitarbeiter. Ihr Motiv liegt im Grundgedanken in der Schaffung einer Art Kulturgut für die Allgemeinheit, das für jeden Zweck, so auch zur kommerziellen Nutzung, verwendet werden kann. Freie Software bedeutet auch, dass für solche Software keine Lizenzgebühren anfallen und sie damit kostenlos über das Internet bezogen werden kann.

Zum anderen ist Linux Open-Source-Software. Dieser Begriff bezieht sich auf den Umstand, dass bei Linux der Quellcode, also die Programmierung, für jeden einsehbar ist und damit auf Fehler oder Viren geprüft oder gänzlich weiterentwickelt werden kann. Dies ist bei anderer Software wie den Betriebssystemen Microsoft Windows oder Mac OS X nicht möglich. Deren Programmcode ist vielmehr ein Betriebsgeheimnis, technisch ohne weiteres nicht einsehbar und darf von Dritten aufgrund der jeweiligen Softwarelizenzen grundsätzlich auch nicht verändert werden.

Beide Aspekte machen es für Linux allerdings schwer, sich auf dem Markt für PCs durchzusetzen. Generell scheint das Prinzip der Freien bzw. Open-Source-Software, das aus einem universitär-intellektuellen Umfeld stammt, oft mit dem betriebswirtschaftlichen Denken traditioneller Computerunternehmen zu kollidieren. Da Linux selbst weder von einem großen Softwareunternehmen stammt, noch auf PCs üblicherweise vorinstalliert ist, erreicht es in diesem Marktsegment auch nur einen Marktanteil von rund einem Prozent. Die geringe Verbreitung wirkt sich negativ auf die Anzahl der für Linux geschriebenen Programme und Hardwaretreiber aus, sodass zum Beispiel nicht jeder beliebige Drucker auch mit Linux funktioniert.

Im Bereich der Server ist Linux dagegen weit verbreitet. Der Marktanteil beträgt bei den Servern allgemein rund 20 Prozent, bei den Webservern rund 50 Prozent und bei den Superrechnern sogar an die 90 Prozent.

Technisch ist Linux von höchster Qualität. Das System zeichnet sich durch eine hohe Stabilität im Betrieb und eine handwerklich meist besonders saubere Programmierung des für jeden einsehbaren Quellcodes aus. Viren oder Schadsoftware können zwar nicht ausgeschlossen werden, sind aber aufgrund der geringeren Verbreitung des Systems sehr selten. Durch die klare Trennung der Administratorkonten von schlichten Benutzerkonten wird ein unbefugtes Eindringen in das System zusätzlich erschwert. Anwendungssoftware kann durch ein sogenanntes Repository, ein zentrales Verzeichnis von Software, installiert und deinstalliert werden. Auch Softwareupdates können zentral von Linux verwaltet werden. Linux ist ferner besonders ressourcenschonend, da es weit geringere Hardwareanforderungen als Microsoft Windows oder Mac OS X stellt und damit den Betrieb kostengünstigerer Rechner ermöglicht.

Möchte man Linux auf einem PC installieren, muss es zuerst im Internet heruntergeladen und danach mit ein wenig Fachwissen eingerichtet werden.

Anwendungssoftware

Unter Anwendungssoftware versteht man „normale“ Software, die nicht Systemsoftware (Betriebssysteme) ist. Mittlerweile gibt es Software für jede denkbare Anwendung. Die Palette reicht von Bürosoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation) über Software für den kreativen Bereich (Bildbearbeitung, Videoschnitt) bis zu Software für die Finanzbuchhaltung oder für wissenschaftliche Berechnungen. Anwendungssoftware gibt es für so gut wie jede Hardware, für Server, PCs, Smartphones, Tablet-PCs oder sonstige Geräte. Besonders im Bereich der mobilen Endgeräte spricht man heute gerne von „App“ (von „Application“), womit aber auch nichts anderes als „Anwendung“, also Anwendungssoftware, gemeint ist. Wird eine Anwendung nicht auf einem Betriebssystem installiert, sondern via Internet in einem Webbrowser betrieben, spricht man von Webanwendung. Auch hier sind alle möglichen Einsatzzwecke denkbar, von Social Media wie Facebook, über Fotospeicherung mittels Flickr bis zu herkömmlicher Software (Bürosoftware, Finanzsoftware), die schlicht für die Verwendung mittels eines Browsers ausgelegt ist.

Neben der Einteilung von Software nach dem Verwendungszweck kann man unterscheiden zwischen Standardsoftware und Individualsoftware oder zwischen Open-Source-Software und proprietärer Software:

Standardsoftware und Individualsoftware

Standardsoftware ist Software, die ohne oder mit relativ geringen Modifikationen an unterschiedliche Kunden verkauft wird. Individualsoftware dagegen ist Software, die für einen Anwendungsfall eigens erstellt wird und somit auf die Bedürfnisse eines Kunden angepasst ist. Man kann hier einen Vergleich aus der nichttechnischen Welt anstellen und Standardsoftware mit einem Anzug „von der Stange“ und Individualsoftware mit einem Maßanzug vergleichen. Wirtschaftlich und rechtlich handelt es sich in ersterem Fall um einen Kauf, in letzterem Fall oft um einen Werkvertrag.

Standardsoftware hat die Vorteile, dass sie kostengünstiger und schneller verfügbar ist und einen Mangel an technischem oder sachlichen Know-How kompensieren kann. Der Nutzer erwirbt meist bloß eine Lizenz zur Nutzung und hat sonst keine Recht an der Software, bekommt dafür aber auch Software mit meist höherem Reifegrad und geringeren Kosten als bei Individualsoftware.

Individualsoftware ermöglicht es dagegen, Software speziell für die Bedürfnisse des Kunden zu erstellen, wobei es keine Rolle spielt, ob dies durch den Benutzer selbst bzw. unternehmensintern oder durch einen externen Beauftragten geschieht. Bei Individualsoftware hat bzw. erhält der Nutzer meist die alleinigen Rechte am zugehörigen Quellprogramm und nicht bloß ein durch eine Lizenz eingeräumtes, teilweise eingeschränktes Benutzungsrecht.

Open-Source-Software und proprietäre Software

Eines der bekanntesten Beispiele für Open-Source-Software ist das Betriebssystem Linux. Aus diesem Grund wurden die wichtigsten Aspekte von Open-Source-Software auch bereits weiter oben dargelegt. Open-Source-Software ist Software, deren Quellcode frei einsehbar ist und damit auch, rein technisch betrachtet, auf Fehler geprüft oder inhaltlich weiter entwickelt werden kann. Oft ist Software dieser Art auch Freie Software, womit Software gemeint ist, die nicht nur im Quellcode betrachtet und somit auch verändert werden kann, sondern auch weiterentwickelt und modifiziert werden darf.

Dem gegenüber steht proprietäre Software, auf die diese beiden Aspekte der Quelloffenheit und Freiheit in der Verwendung nicht zutreffen. Unternehmen tragen die Entwicklungskosten von Software und sehen meist keinen Vorteil darin, ihre Betriebsgeheimnisse durch einen frei einsehbaren Quellcode preiszugeben oder Urheberrechte an der Software aus der Hand zu geben.

In vielen Bereichen des Softwaremarktes sind hohe Produktqualität und breite Kundenakzeptanz auf der Seite der proprietären Software. Programme wie Microsoft Office oder Adobe Photoshop haben eine dermaßen hohe Verbreitung und Qualität, dass sich Konkurrenzprodukte aus der Open-Source-Szene schwer durchsetzen können. Im jüngeren Feld der Software für das Internet ist Open-Source-Software dagegen höchst erfolgreich: Webserver werden vielfach mit Linux betrieben und als Content-Management-Systeme werden Open-Source-Systeme wie WordPress oder Typo3 eingesetzt.

Generell kann man wohl sagen, dass der Open-Source-Gedanke einem neuartigen Verständnis von Urheberrecht und Lizenzierung entspricht, den viele Softwarehersteller und Kunden noch nicht für sich entdeckt haben. Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von Lizenzen zwischen dem gänzlichen Eigentum an und der völligen Freigabe von Software. So wurde von der Organisation Creative Commons eine Reihe von standardisierten Lizenzverträgen erdacht, derer sich ein Hersteller von Software bedienen kann. Im Rahmen dieser ist es beispielsweise möglich, Software bloß für nichtkommerzielle Verwendung oder bloß zur Verwendung und nicht zur Weiterbearbeitung freizugeben und dabei nicht alle Rechte aus der Hand zu geben, wie dies bei Freier Software geschieht.

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